Die Fruchtbringende Gesellschaft
Ausstellung zur Fruchtbringenden Gesellschaft
im Apothekengewölbe des Schlosses Köthen
Im Jahre 1617 gründete Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen (1579-1650) mit Gleichgesinnten auf dem Schloss zu Weimar nach dem Vorbild der heute noch bestehenden "Accademia della crusca" in Florenz die Fruchtbringende Gesellschaft. Sie war die erste deutsche Sprach- und Gelehrtenakademie und wirkte als frühneuzeitliche Societät stände- und konfessionsübergreifend.
Ziel der Mitglieder der Vereinigung war es, die Sprache als Motor kultureller, religiöser und politischer Einigung einzusetzen. Es fanden Deutsche, Engländer, Schotten, Franzosen, Italiener und Schweden Aufnahme in die Gesellschaft. Das allgemeine Motto aller Fruchtbringer war es, im weitesten Sinne des Wortes nützlich zu sein und alle materiellen und geistigen Möglichkeiten für das Gemeinwohl einzusetzen. Die Gesellschaft stand denjenigen offen, die "Liebhaber aller Ehrbarkeit, Tugend und Höflichkeit und des Vaterlandes" waren.
Unter der Leitung des Fürsten Ludwig hatte die Gesellschaft ihren "Sitz" im Schloss Köthen. Fast ein halbes Jahrhundert war somit Köthen in Anhalt Dreh- und Angelpunkt kultureller, sprachpflegerischer, bildungspolitischer und friedenstiftender Aktivitäten. Fürsten, Edelleute, Militärs, Räte, Gelehrte, Theologen und Dichter zählten zu den 527 Mitgliedern, die Ludwig als geistiges Oberhaupt der Gesellschaft bis zu seinem Tod führte. Als erste und einzige barocke Akademie erlangte sie nationale und internationale Ausstrahlung.
In der Ausstellung sind Original-Handschriften und Porträts der "Fruchtbringer" und ihrer Wirkungsorte zu sehen sowie zeitgenössische Ausgaben der "Gesellschaftsbücher", Drucke der Fruchtbringenden Gesellschaft und ein Modell der Stadt Köthen um 1620.
Am 18. Januar 2007 wurde in Köthen die Neue Fruchtbringende Gesellschaft gegründet.

