Zum Geburtstag des letzten Herzogs von Anhalt

Der 11. Januar ist der Geburtstag von Joachim Ernst, der als letzter Herzog von Anhalt und Opfer gleich zweier Diktaturen in die Geschichte eingegangen ist. 1901 in Dessau geboren, wurde er mit 17 Jahren im September 1918 nach dem Tod seines Vaters Eduard von Anhalt nominell regierender Herzog. Die Abdankung durch die revolutionären Umwälzungen folgte schon nach wenigen Wochen. Joachim Ernst nahm seinen Wohnsitz in Schloss Ballenstedt und erlernte den Beruf das Land- und Forstwirts, pflegte aber trotz des endgültigen Titelverzichts 1924 auch das Erbe seines herzoglichen Hauses Anhalt. Mit den Machthabern des Dritten Reiches geriet er dann schnell in Konflikt, er wollte vor allem auch sein Haus mit dem berühmten Ahnherrn Albrecht der Bär nicht instrumentalisiert wissen und wurde zum strikten Gegner der Nazis. Zeitweise im Konzentrationslager Dachau inhaftiert, sah er sich paradoxerweise im September 1945 wiederum verhaftet, diesmal von russischen Truppen. Im sogenannten Sonderlager Buchenwald eingesperrt, starb Joachim Ernst entkräftet und krank am 18. Februar 1947 und fand seine letzte Ruhe im Massengrab. Die russische Generalstaatsanwaltschaft rehablilitierte ihn 1992. Sein Sohn Prinz Eduard von Anhalt ist als Chef des Hauses Anhalt in Dessau ansässig und wie sein Vater dem Erbe Anhalts verpflichtet. Das ausgewählte Bild zeigt Joachim Ernst von Anhalt als Jugendlichen, sicher noch nicht ansatzweise ahnend, welch bemerkenswertes und gleichzeitig tragisches Leben ihm bevorstehen würde.