Zum Muttertag

Am heutigen Muttertag gedenken wir stellvertretend für viele namenlose Mütter, die hingebungsvoll für ihre Kinder da sind, drei ganz unterschiedlichen Müttern aus der Köthener Geschichte. Links ein Schattenbild von Maria Barbara Bach. Wie gern hätten wir ein Bild jener am 30. Oktober 1684 geborenen Frau. 1707 heiratete sie Johann Sebastian Bach, die Beiden bekamen sieben Kinder, von denen drei sehr früh verstarben. Nicht ganz ein Jahr nach dem Tod ihres in Köthen geborenen Sohnes Leopold August mit gerade einmal neun Monaten starb sie selbst und wurde wie auch ihr Sohn im heutigen Friedenspark beerdigt. Ihr am Boden zerstörter Ehemann fand sie bei der Rückkehr aus Karlsbad tot und begraben vor. Die Todesursache der gerade einmal im 36. Lebensjahr stehenden Frau ist unbekannt.

In der Mitte sehen wir Gisela Agnes, Fürstin von Anhalt-Köthen. Am 9. Oktober 1669 in Kleinwülknitz geboren, war ihr als Tochter eines Landadligen der Fürstintitel nicht in die Wiege gelegt. Gegen alle gesellschaftlichen Widerstände und Hindernisse setzte Fürst Emanuel Lebrecht 1692 die Heirat mit ihr durch und das verliebte Paar führte bis zum frühen Tode des Fürsten eine "vergnügte" Ehe. Sechs Kinder hatten die Beiden, von denen zwei noch im Geburtsjahr starben. Gisela Agnes kämpfte für ihre Familie und für ihr Land wie eine Löwin, wobei sie auch geschickt einen Bruderzwist unter ihren Söhnen für ihren Vorteil zu nutzen verstand.

Und ganz rechts abgebildet findet sich Johanna Leopoldina Henriette Hahnemann. Die als Henriette Küchler 1764 geborene Apothekerstochter heiratet 1782 Dr. Samuel Hahnemann und führte mit dem Begründer der Homöopathie ein eher unstetes Leben mit vielen Wohnortwechseln. Immer mal wieder gab es Meinungen, die Ehefrau Hahnemanns hätte ihren Mann Vorschriften gemacht und ihn gegängelt. Diese Anschuldigungen sind ungerecht, Henriette hielt den Haushalt zusammen und ihrem Mann den Rücken frei, so dass er weitgehend unbehelligt der Alltagssorgen seinem Beruf nachgehen konnte. Elf Kinder zur Welt zu bringen und sie groß zu ziehen, dies erforderte Konsequenz und Hingabe.

1830 starb Henriette in Köthen und fand wie Bachs erste Ehefrau ihre letzte Ruhe im heutigen Friedenspark. Drei sehr verschiedene Frauen, drei sehr verschiedene Biographien - aber drei sorgende Mütter. Allen Müttern unsere innigsten Wünsche!