Geigenklang im Museum

Einen Museumsbesuch, den das Spiel von Violine und Cello begleitete, erlebten die Gäste in der Bachgedenkstätte des Schlosses Köthen am 27. August. Zu Gast war an diesem Tag ein musikalisches Multitalent: Der aus St. Petersburg stammende Geiger und Cellist Sergey Malov hatte sich für Dreharbeiten angesagt, denn der Musiker will das bald anstehende Jubiläum der Entstehung der Solo-Sonaten von Johann Sebastian Bach ganz besonders feiern. 300 Jahre später waren für ihn das Schloss Köthen und ganz besonders das rote Zimmer und die Schlosskapelle auratische Orte für die Aufnahmen von zwei Solo-Sonaten und eine Cello-Suite.

„Ich durfte hier vor zwei Jahren dank der Vermittlung durch die Bachgesellschaft schon einmal sechs Cellosuiten aufnehmen“, so Malov. Die Räume im Schloss und deren Aura blieben ihm in Erinnerung. „Das ist hier ein wunderschöner Ort für ein solches Projekt“, meinte der Geiger, dessen Spiel von Kameramann Eypee Kaamino aufgenommen wurde. Rechtzeitig zum Jubiläum der Sonaten plant Sergey Malov nun, seinen kleinen Konzertfilm über die sozialen Medien zu veröffentlichen. „So feiere ich dieses große Jubiläum“, sagt er.

Malov gilt in der Musikwelt als ebenso vielseitig wie virtuos: Er spielt gleichermaßen Violine, Viola, Barockvioline und Violoncello da spalla – das Instrument, auf dem Johann Sebastian Bach wahrscheinlich selber seine Cellosuiten gespielt hat. Sein Repertoire reicht von frühbarocker Musik über Johann Sebastian Bach, den klassischen und romantischen Violinkonzerten bis hin zu Uraufführungen Neuer Musik. Auf der Violine gewann Sergey Malov diverse Preise weltweit. Als Solist auf der Violine und Bratsche trat er mit Orchestern wie dem BBC London Orchestra, dem London Philharmonic Orchestra, dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Venice Baroque Orchestra, dem Sevilla Baroque Orchestra, dem „Musica Viva“ Orchester Moskau, der Camerata Salzburg und dem Barockorchester Halle auf.

Im April ist das neue Album von Sergey Malov erschienen: eingespielt hat er die sechs Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach auf dem Violoncello da Spalla. Die Süddeutsche Zeitung schrieb begeistert: „Seine Viola da Spalla klingt heiser bassig wie ein Cello, er spielt jedoch sehr viel schneller und eleganter als seine Cellokollegen, die nie ganz die Anstrengung verbergen können, auf ihren ‚großen Maschinen‘ diese Musik zum Tanzen zu bringen. Malov lässt alle Wiederholungen weg, so passt diese Musik auf eine CD, die durch und durch grandios ist." (27. August)