MDR-Musiksommer gastierte im Spiegelsaal

Hochkarätige Konzerte in kleinem Kreis – mit diesem Konzept gastierte die Sonderausgabe des MDR-Musiksommers 7. August auch im Spiegelsaal des Köthener Schlosses. Der Manager des Musiksommers, Oliver Jueterbock, fand in seiner Begrüßung zum Auftakt Worte des Dankes für die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt und die Köthen Kultur und Marketing GmbH. Gemeinsam hatte man dieses Konzert in Zeiten der Corona-Pandemie möglich gemacht und die sorgfältig durchdachten Hygieneregeln umgesetzt. Mit Spannung erwartete das Publikum im Spiegelsaal - welches die Karten für die Konzerte übrigens ausschließlich per Verlosung gewinnen konnte - die musikalischen Protagonistinnen des Abends. Und es waren dann auch zwei Konzerte direkt hintereinander, die die Skride-Schwestern aus Lettland bestritten. Baiba Skride (Violine) und Lauma Skride (Klavier) beeindruckten und begeisterten das Publikum mit einem abwechslungsreichen und emotionalen Programm.

Den passenden Auftakt bildete die berühmte Chaconne von Johann Sebastian Bach aus der Partitur Nr. 2 für Violine in d-Moll (BWV 1004). Bach schrieb sie in seiner Köthener Zeit und immer wieder wird kolportiert, dass der Tod seiner geliebten Ehefrau Maria Barbara Anlass der Entstehung war. Die Stimmung des Werkes lässt diese These mehr als glaubhaft erscheinen, zumal Baiba Skride es solistisch voller Leidenschaft und Intensität interpretierte. Beide Attribute passen auch bestens zum zweiten Stück. Wieder war es eine Chaconne, diesmal jedoch solistisch von Lauma Skride auf dem Flügel vorgetragen. Geschrieben von der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina, wirkte die Musik moderner, voller intensiver Spannung. Die Geschwister zählen zu den Besten ihres Fachs, die Musikerinnen sind gefragte Solistinnen und unterstützen internationale Spitzenensembles. Dass die Beiden auch im Duo eine mehr als überzeugende Leistung zeigen können, bewiesen sie in den nächsten Stücken. Der Name des Stückes vom lettischen Komponisten Peteris Vasiks „Maza vasaras muzika“ lautet in der Übersetzung „Eine kleine Sommermusik“. Ebenso wie das folgende Werk von Igor Straminsky, die Suite italienne (StWV 34) zeigte es eine große emotionale Bandbreite von Sentimentalität über pure Lebensfreude bis hin zu Melancholie. Das Publikum dankte es Babia und Lauma Skride mit großem Applaus und entließ die Musikerinnen erst nach der Zugabe eines Wiener Marsches. (8. August)

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