Naumann-Museum: Turmfalke

Turmfalke (Falco tinnunculus)

Da Falkenarten selbst keine Nester bauen sind sie auf verlassene Horste anderer Vögel (z.B. von Krähen, Bussarden) oder auf Felsnischen angewiesen. In Mitteleuropa bevorzugen Turmfalken heute meist menschliche Bauwerke – Elektromasten, Türme, Kirchen und manchmal sogar Balkonkästen. Wichtig für die Auswahl des Platzes ist ein freier Anflug, eine trockene Unterlage und keine Störungen während der Brutzeit (Mensch, Marder, Waschbär). Im April sind Turmfalken durch ihre Stimme und Schauflüge sehr auffällig, da sie die geeigneten Brutplätze unter sich aufteilen müssen und die Paarungszeit beginnt. Die Anzahl der Brutpaare und die Zahl der Eier (meist 4-6) ist dabei stark vom jährlich schwankenden Mäusereichtum der Umgebung abhängig. Hauptnahrung ist bei uns die Feldmaus, aber auch Sperlinge, Eidechsen und größere Insekten werden erbeutet. Im Schloss Köthen, wo in den Gebäudegiebeln insgesamt 13 Nistkästen angebracht sind, brüten in diesem Jahr vier Paare. Die anderen Kästen werden meist von Stockenten genutzt.