Ragna Schirmer besucht das Schloss

Ragna Schirmer setzte mit Bachs Goldbergvariationen in der Agnuskirche am 2. September den perfekten Auftakt zu den Köthener Bachfesttagen – und dies gleich fünf Mal hintereinander. Von etwaigen Ermüdungserscheinungen war dabei keine Spur zu sehen, voller Hingabe erweckte sie die Noten zum Leben und zeigte auch schon in ihren einleitenden und erklärenden Worten, wie sehr sie sich auf die Konzerte freute. Das Publikum zeigte sich begeistert und lobte die Künstlerin in den höchsten Tönen. Lob gab es auch für die Bachfesttage selbst. Folkert Uhde und seinen Mitstreitern sei es gelungen, dieses Festival trotz aller derzeit bestehenden Einschränkungen auf die Beine zu stellen. Dabei zeigte sich bereits am ersten Tag, dass die Konzerte im kleineren Rahmen es vermögen, eine sehr intime, familiäre Atmosphäre zu schaffen – ganz so, wie es auch das Motto der Bachfesttage vorgibt: leidenschaftlich, familiär. Auffällig ist erneut, das lockere und entspannte Klima, das sich von manch anderem strengen Konzertreglement abhebt. Heitere Gesichter, die die Konzerte in der Bachstadt Köthen genießen, sind allerorten zu sehen und bei allem gebotenen Abstand empfindet man eine große Nähe zu den Musikern, die sich auch zwischen ihren Konzerten nicht verstecken, sondern präsent und nahbar sind.

Ragna Schirmer ließ es sich übrigens nicht nehmen, zwischen zwei der fünf Konzerte einen Abstecher in das Schloss zu unternehmen. Ihr Ziel war dabei die aktuelle Sonderausstellung zum Schlosspark und natürlich auch der Spiegelsaal, in dem sie schon mehrfach gastierte. Allerdings hatte sie ihn noch nicht in seiner restaurierten Fassung gesehen und zeigte sich ebenso berührt wie begeistert. (3. September)   

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