Schloss Köthen startet im September in die neue Spielzeit

Im Veranstaltungszentrum im Schloss Köthen endet die fast sechsmonatige Zwangspause, die die Corona-Pandemie verursacht hat, im September. Mit Bedacht und unter Auflagen, die auf einem umfangreichen Hygienekonzept fußen, beginnt die neue Spielzeit am 2. September mit Konzerten der Köthener Bachfesttage, denen sich ab dem 6. September eigene Veranstaltungen anschließen. Lesung, Jazz, Vortrag, Gesprächsreihe und vor allem ein großes Varietévergnügen im Schlosspark bestimmen das Programm des kommenden Monats.

Hinaus in den Park und damit an die frische Luft – was aktuell mehr Zuschauer erlaubt – führt das Veranstaltungshighlight im Spätsommer: Am 19. September erlebt der „Schlosstraum“ - ein Varietévergnügen im Park - seine Premiere. Unter der künstlerischen Leitung von Susanne Linzer versammelt diese Open-Air-Veranstaltung im Schlosspark Artisten, Akrobaten, Wortkünstler und Walk Acts in einer stimmungsvollen Kulisse. Zu den professionellen Akteuren gesellen sich Köthener Tänzer von Step by Step und Mitwirkende vom Verein „rondo la kulturo“, um auf mehreren Bühnen im äußeren Schlosshof, im Park und auf dem Wasser ihre Künste zu zeigen. Die Zuschauer flanieren zwischen den Bühnen und können sich ihren Programmablauf selbst zusammenstellen, um sich schließlich beim artistischen Finale im Schlosshof zu treffen.

Zum Start der Spielzeit führt bereits am 6. September um 14 Uhr die Buchpremiere von „Ortolan – Das Blendwerk des Chevalier John Taylor“ in die Zeit des Barocks. Am Ende seines Lebens war Johann Sebastian Bach blind, auch der berühmte Starstecher John Taylor konnte ihm nicht mehr helfen. In seinem neuen Roman „Ortolan“ – erschienen im Osburg Verlag - erzählt Autor Andreas Hillger vom Blendwerk dieses selbst ernannten Chevaliers, der neben Hunderten anderer Patienten auch Georg Friedrich Händel auf dem Gewissen hatte. Der Leser erfährt vom Wagen und Scheitern eines legendären Arztes, der als Quacksalber wie ein heutiger Popstar lebte und mit seinen schrecklichen Methoden aus Versehen auch Musikgeschichte schrieb. Mit dem Titelbild des Romans – dem Stich eines Ortolans von Johann Friedrich Naumann aus dem Naumann-Museum – aber auch mit dem Komponist Carl Friedrich Abel aus Köthen stellt sich ein inhaltlicher Bezug für die Buchpremiere in der Stadt her. Musikalisch umrahmt wird die Lesung mit Improvisationen über Bach auf Saxophon und Flöte von Musiker Jörg Naumann.

Ein Soloabend des Schauspielers Frank Roder mit Texten von Joachim Ringelnatz ist am 11. September (20 Uhr) im Veranstaltungszentrum zu erleben. Die Texte eines lebenshungrigen Dichters, den ein Thema immer begleitet hat – Geld -, werden an diesem Abend lebendig. Das Solo wirft einen ungewöhnlichen Blick auf einen außergewöhnlichen Dichter. Schauspieler Frank Roder, in Sachsen großgeworden und in Hamburg lebend, ist einem breiten Publikum durch seine Auftritte in Sommertheater-Produktionen in Wittenberg und Dessau bekannt. Er verkörperte Luther und Melanchthon – diesmal nun zeigt er sich in der Rolle eines großen Norddeutschen.

Mit Jazz und einem Dia-Vortrag stellt sich im September die neue Reihe der Sonntagsmatineen vor, die künftig regelmäßig an Nachmittagen zum Wochenausklang Begegnungen mit unterschiedlichen Künstlern und Genres bringen wird. Am 13. September um 16 Uhr hat das Duo Naumann-Röske ein Heimspiel. Die beiden Dessauer Jörg Naumann und Falk Röske musizieren seit 25 Jahren in verschiedenen Bands zusammen. Aus Jazz, Weltmusik, Klassik und imaginärer Folklore formen sie auf Saxophon, Flöte und Percussion ein neuklingendes Ganzes, das sie in Köthen vorstellen. Zwei Wochen später, am 27. September und wieder in einer Sonntagsmatinee, wirft Christian Ratzel in einem Dia-Vortrag historische Stadtansichten aus Köthen auf die Leinwand im Veranstaltungszentrum. In der Schau „Köthen in alten Fotografien“ geht man mit dem Stadtführer und Museumsmitarbeiter im Schloss Köthen auf eine gemeinsame Zeitreise, die bekannte, aber vielleicht auch einige weniger bekannte Aspekte der Geschichte Köthens betrachtet.

Ein Schlosssalon zum Thema „Ehrensache Ehrenamt“ mit Heiko Lehmann als Gesprächspartner von KKM-Geschäftsführerin Christine Friedrich und drei Veranstaltungen der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft im Rahmen des Tages der deutschen Sprache am 11. und 12. September runden das Programm in den Räumen des Veranstaltungszentrums im Schloss Köthen. Noch einmal ins Freie führt am letzten Septemberwochenende die dreitägige Open-Air-Konzertreihe „Kultur trotz(t) Pandemie - endlich wieder live“. Wie bereits im August bietet das Kooperationsprojekt von Megaton Veranstaltungstechnik, KKM und dem Schlosskaffee an zwei Abenden und dem Sonntagnachmittag ein Musikprogramm für alle Generationen im äußeren Schlosshof.

„Behutsam werden wir mit derartigen Veranstaltungen in den kommenden Monaten den Neustart wagen und ausloten, was unter den aktuellen Gegebenheiten möglich ist. Dabei werden wir vor allem das Verständnis und die Geduld des Publikums benötigen. Wir hoffen, dass unsere Gäste nach dieser langen Durststrecke gespannt, erwartungsfroh und sogar ausgehungert sind nach Live-Erlebnissen“, sagt Christine Friedrich, Geschäftsführerin der Köthen Kultur und Marketing GmbH über den Neustart.

Hinzuweisen ist im Zusammenhang mit allen Veranstaltungen, dass aufgrund der Abstandsregelungen und der entsprechenden Bestuhlung weitaus weniger Karten zur Verfügung stehen und der Erwerb der Tickets im Vorverkauf online über Reservix oder direkt in der Touristinformation im Schloss Köthen dringend empfohlen wird. Mit dem Kauf werden die derzeit üblichen Anmeldedaten der Zuschauer aufgenommen.

Kartenverkauf unter www.schlosskoethen.de, in der Touristinformation im Schloss und unter Telefon 03496/700 99 260.