Federlesen: Cord Riechelmann

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Während das Naumann-Museum im Schloss Köthen wegen Bauarbeiten für längere Zeit geschlossen bleibt, sollen die Vögel nicht vergessen werden. Das Schloss Köthen legt in der Spielzeit 2021/22 die Reihe „Federlesen“ auf, innerhalb derer Autoren in die Stadt und ins Schloss kommen, deren Bücher sich allesamt um Vögel drehen – mal als Krimi oder Sachbuch oder als Literatur für Kinder.

Zum Auftakt der Reihe wird Cord Riechelmann mit seinem Buch „Krähen“ erwartet. Die Familie der Krähen, wissenschaftlich Corvidae, ist eine in der Entwicklungsgeschichte der Singvögel relativ junge Familie. Sie umfasst 123 Arten, zu denen auch Elstern und Häher zählen; ihre engsten Verwandten sind die Paradiesvögel. Anders als diese kommen die meist schwarz gefärbten Krähen beinahe überall auf der Erde vor. Die Mythen, die sie von jeher begleiten, sind ebenso dunkel wie sie und handeln fast immer von Übel und Tod. Selbst die zunehmende Erforschung ihrer herausragenden Intelligenz konnte sie nicht von ihrem schlechten Ruf befreien. Im Gegenteil: Dass Krähen über ein Gedächtnisvermögen verfügen, das sogar jede menschliche Kapazität übersteigt, scheint nur ein weiterer Ausweis ihrer Unheimlichkeit zu sein.

Cord Riechelmann, „der einzige wirkliche Tierjournalist, den wir haben“ (Jakob Augstein), erzählt die erstaunliche Natur- und Kulturgeschichte dieser klugen Vögel und stellt zwanzig Krähenarten vor, die er selbst auf fünf Kontinenten beobachten konnte. Sein Tierportrait vermittelt nichts weniger als den unvoreingenommenen Blick auf das scheinbar Vertraute. „Krähen“ ist der erste Band der seit 2013 bei Matthes & Seitz von Judith Schalansky herausgegebenen Reihe „Naturkunden“.

Cord Riechelmann, geboren 1960 in Celle, studierte Biologie und Philosophie an der Freien Universität Berlin. Er war Lehrbeauftragter für das Sozialverhalten von Primaten und für die Geschichte biologischer Forschung. Außerdem arbeitete er als Kolumnist und Stadtnaturreporter für die Berliner Seiten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sein Hauptinteresse gilt den Lebensbedingungen von Natur in der Kultur städtischer Lebensräume. Er lebt als Publizist und Autor in Berlin.

„So klug und elegant erzählt Cord Riechelmann über die Krähe in diesem fein illustrierten Buch, dass man den krächzenden Stadtbewohner vielleicht nicht lieben, aber respektieren lernt.“, urteilte „Der Tagesspiegel“ über das Buch.

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