Lesung: Johann Hinrich Claussen

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Mit seinem Ende August erschienen Buch „Für sich sein. Ein Atlas der Einsamkeiten“ ist Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland, bei einer Lesung zu Gast in der Köthener Schlosskapelle. Die Corona-Krise hat viele Menschen in die Einsamkeit geführt. Einige traf dies völlig unvorbereitet. Bei Menschen, die vorher schon einsam waren, wurde die Not vertieft: Alte und Kranke, Studenten, Singles oder Workaholics. In Streifzügen durch Religion, Literatur und Kunst, Wissenschaft und Alltag erkunden die Autoren die hellen und dunklen Seiten des Alleinseins. Sie erklären, welche persönlichen Prägungen und sozialen Bedingungen dazu führen, dass die einen das Alleinsein suchen und andere es fliehen, und zeigen Wege, die aus einer unfreiwilligen Abgeschiedenheit hinausführen.

Jeder scheint die Einsamkeit zu kennen, und doch ist sie wie ein unerforschter Kontinent. Johann Hinrich Claussen und Ulrich Lilie vermessen in ihrem kurzweiligen Atlas aus dem Verlag C.H. Beck Zufluchtsorte, an denen man endlich „für sich“ ist, die Weiten der „Loneliness“, die man melancholisch durchwandert, das Reich der Solitüde, in das sich Mönche, Wissenschaftler und Künstler zurückziehen, und die eisigen Regionen der Isolation, in denen man zu erfrieren droht. Sie erklären, was die Forschung über Einsamkeit sagt, und weisen Wege der Befreiung. Ein hilfreicher Führer für alle, die den Kontinent der Einsamkeit näher erkunden und sicher wieder verlassen wollen.

Claussen war seit 2004 Propst im Kirchenkreis Hamburg-Ost. Seit 2007 war er zudem Hauptpastor von St. Nikolai, seit 2011 auch Präsident des Evangelischen Kirchbautages. Er hat evangelische Theologie in Tübingen, Hamburg und London studiert. Seit vielen Jahren schreibt Claussen regelmäßig Beiträge für überregionale Medien wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die "Süddeutsche Zeitung" und den „Spiegel“. Von Claussen sind im C.H. Beck Verlag außerdem erschienen „Gottes Häuser“, „Gottes Klänge“  und zuletzt „Die seltsamsten Orte der Religionen“ (2020). Ulrich Lilie ist Präsident der Diakonie in Deutschland und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung. Zuletzt erschien von ihm „Unerhört. Vom Verlieren und Finden des Zusammenhalts“ (2018).

Musikalisch begleitet wird die Lesung vom Duo Serenata aus Potsdam. Die Musiker Hannes Immelmann und Karsten Intrau bringen auf Gitarre und Querflöte u.a. Stücke von John Dowland, Carl Philipp Emanuel Bach und Astor Piazzolla mit nach Köthen.

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