Fruchtbringende Gesellschaft: Christian Gueintz

Der Vorläufer des DUDEN stammt aus Köthen

Ziel der von 1617 bis 1650 in Köthen ansässigen Fruchtbringenden Gesellschaft war es, die deutsche Sprache zu einer Literatursprache zu entwickeln. Dazu musste die Sprache über verbindliche Grammatik- und Rechtschreibregeln verfügen. Diese mussten im 17. Jahrhundert allerdings erst erarbeitet werden. Die Sprachgelehrten der Fruchtbringenden Gesellschaft trugen wesentlich dazu bei. Zu ihnen gehörte „Der Ordnende“, wie der in Halle tätige Gymnasialdirektor Christian Gueintz in der Fruchtbringenden Gesellschaft genannt wurde. Fürst Ludwig hatte ihn beauftragt, eine Grammatik zu entwickeln, die schließlich 1641 in der fürstlichen Druckerei in Köthen gedruckt wurde. Wenige Jahre später, 1645, erschien auch „Die Deutsche Rechtschreibung“. Dieses Werk enthielt eine Liste von über 1000 Wörterbucheinträgen, deren Schreibung Gueintz als erklärungsbedürftig erachtete und in dem er Regeln und Hilfestellungen zusammentrug, die wir zum Teil noch heute nutzen. Wenn sich z. B. die Frage stellt, wie denn ein Wort geschrieben wird, dessen Aussprache GANZ lautet, empfiehlt uns Gueintz die Verlängerungsprobe, d.h. bei einem Hauptwort, die Mehrzahl zu bilden. Lautet diese wie im vorliegenden Fall Gänse, wissen wir, dass das Wort in der Einzahl auch mit S geschrieben wird und die richtige Schreibung demnach Gans ist. Die von Gueintz verfasste „Rechtschreibung“ ist gewissermaßen ein Vorläufer des DUDEN, der seine Wurzeln als Werk der Fruchtbringenden Gesellschaft in Köthen hat.

Text: Uta Seewald-Heeg (Neue Fruchtbringende Gesellschaft)