Homöopathie: Auf Hahnemanns Spuren

 Samuel Hahnemann (1755-1843), der Begründer der Homöopathie, studierte Medizin in Leipzig, Wien und Erlangen und schloss dort sein Studium mit der Promotion zur „Betrachtung der Ursachen und der Behandlung von Krampfzuständen“ an der Friedrich-Alexander-Universität als Doktor der Medizin ab. 1743 war die Erlanger Universität durch das Markgrafen-Ehepaar Friedrich und Wilhelmine eröffnet wurden, zu Beginn traten dort in der Medizinischen Fakultät fünf ordentliche Professoren ihren Dienst an. Hahnemanns Wahl dieser Universität für seine Promotion hatte wohl finanzielle Gründe, denn dort waren für den mittellosen jungen Mann die Kosten gering. Gerade ein Sommersemester weilte er in der Stadt, seine Abhandlung umfasste 20 Seiten und am 10. August 1779 erfolgte das Examen rigorosum.

Für den jungen Mediziner folgten nun unstete Jahre, die ihn zunächst in mehrere Orte im heutigen Sachsen-Anhalt führten. Mit 24 Jahren begann Hahnemann in Hettstedt die Heilkunst auszuüben. In seiner Lebensbeschreibung sagte er: „Der Hang eines Schweizers nach seinen schroffen Alpen kann nicht unwiderstehlicher sein, als der eines Chursachsen nach seinem Vaterlande“. Hahnemanns erste Anstellung als Arzt in Hettstedt wurde zum Alptraum, weil er seinen Patienten mit der damaligen Medizin keine echte Hilfe bringen konnte. „Hier, in Hettstedt, war es unmöglich Inneres und Äußeres zu erweitern“, schrieb er über diese Lebensstation und begann mit schriftstellerischen Arbeiten, die ihm zwar in der Fachwelt Anerkennung aber trotzdem keine Einnahmen bringen.

Es war kaum ein Jahr vergangen, da brach Hahnemann seine Zelte in Hettstedt ab und kam erstmals nach Anhalt, nach Dessau, in die Residenz der Herzöge von Anhalt-Dessau (Foto). Hier beschäftigte er sich mit Chemie und ging seinem Arztberuf nach. Diese Tätigkeit führte ihn auch in die Apotheke von Häseler, wo er dessen Stieftochter, Johanna Henriette Leopoldine Küchler, kennenlernte. Der junge Arzt verliebte sich in die 17-Jährige und begann, sich nach einer gesicherten Stelle umzusehen, was ihm Dessau schnell wieder den Rücken kehren ließ und 1781 nach Gommern führte, wo er eine Stelle als Physikus annahm.

Anderthalb Jahre lebte er dort allein und holte dann seine Braut zu sich, die er 1782 heiratete. Für Hahnemanns Verhältnisse lebte das Paar vergleichsweise lange drei Jahre in Gommern, aber auch dort brauchte man ihn als Arzt weniger, so dass er sich wieder vermehrt mit der Chemie beschäftigte. In Gommern verfasste er seine erste ärztliche Abhandlung „Anleitung alte Schäden und faule Geschwüre gründlich zu heilen“. In der kleinen Stadt genoss Hahnemann zudem etwas mehr Privatleben und 1783 kam die erste Tochter des Ehepaares auf die Welt. Im Jahr darauf setzten die Hahnemanns die Wanderschaft fort. Mit Dresden rückte der Mediziner wieder näher an seine Geburtsstadt Meißen.