Jakobskirche

Der Fotograf dieser Aufnahme stand vor mehr als 100 Jahren am östlichen Ende der Schulstraße und schaute auf das westliche Ende der Jakobskirche. Ursprünglich hatte das ab 1400 errichtete Gotteshaus einen Glockenturm auf der Westseite, der schlank und hoch gewesen sein muss. Nach kaum einem Jahrhundert - die Kirche war 1514 geweiht worden - stürzte am 25. Juni 1599 ein 15 Ellen langes Stück vom Turm nach Sturm und Platzregen herab. Am 10. Juli, bei „stillem Wetter“, fiel das geschädigte Gemäuer nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr in sich zusammen und traf auch die benachbarte Schule. Zu Schaden kam niemand, aber das Entsetzen war groß, zumal sich die städtischen Kassen auch damals überaus klamm zeigten. Entwürfe für einen Turmneubau aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sehen fantasievoll aus. Die Reise bis zum Bau der heutigen, 1898 fertiggestellten, Türme war lang und den Bauplatz füllten mit der Zeit, wie auf dem Foto zu sehen ist, verschiedene behelfsmäßige Gebäude, darunter ein Gerätehaus der Feuerwehr und ein Glockenhäuschen. Das Bild muss vor dem Bau der Türme entstanden sein, wahrscheinlich im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts.