Leihvertrag für Neue Musicalien-Kammer im Schloss Köthen unterzeichnet

Die „Neue Musicalien-Kammer im Schloss Köthen – Historische Tasteninstrumente der Sammlung Ott“ wird am 16. Mai, dem Internationalen Museumstag, im Schloss Köthen eröffnet. Georg Ott, Restaurator und Sammler von historischen Tasteninstrumenten, und Christine Friedrich, Geschäftsführerin der Köthen Kultur und Marketing GmbH (KKM), unterzeichneten dafür am 11. März den mehrjährigen Leihvertrag.

Die Neue Musicalien-Kammer wird in zwei benachbarten Räumen des Spiegelsaals im Schloss Köthen, den so genannten Cours-Zimmern, eingerichtet. Für die Ausstellung stellt Georg Ott aus dem Bestand seiner umfangreichen Sammlung zehn Tasteninstrumente zur Verfügung. „Es ist geplant, die Instrumente auch immer mal wieder zu wechseln“, so der Sammler.

Georg Ott, Jahrgang 1968, wurde in Halle geboren. Er arbeitete nach der Schulausbildung am Musikinstrumentenmuseum in Leipzig und studierte Restaurierung an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Als Restaurator spezialisierte sich Ott auf historische Tasteninstrumente und arbeitet seit vielen Jahren am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg als Restaurator am Institut für Kunsttechnik und Konservierung für Musikinstrumente.

Mit dem Kauf und der sich anschließenden Restaurierung des historischen Prinzenhauses in Köthen richtete Georg Ott sein Augenmerk wieder auf die alte Heimat und will seinen Lebensmittelpunkt und damit seine Instrumenten-Sammlung nach Köthen verlagern. „Ich habe mir die Frage gestellt, wie sich die Instrumente am besten präsentieren lassen, denn es ist sehr viel schöner, sie zu zeigen, als in einem Depot zu lagern“, so Ott über die Beweggründe für seine Leihgabe an das Schloss Köthen. „Die Instrumente leben nur dadurch, dass sie gespielt werden“, sagte Georg Ott.

Ebendies soll in der Neuen Musicalien-Kammer möglich sein. Ein Teil der Instrumente kann für Konzerte im benachbarten Spiegelsaal genutzt werden, zudem sind intime Konzerterlebnisse in den Ausstellungsräumen selbst in Planung. Ein erstes dieser Kabinettkonzerte soll es am 13. Juni geben.

Christine Friedrich, Geschäftsführerin der KKM, sagte anlässlich der Unterzeichnung des Leihvertrages: „Aus dem Köthener Schloss ist eine Archivalie überliefert – in der  Hochfürstlichen Musicalien-Kammer, waren alle Instrumente und Noten, Pulte und Notenständer aufgelistet. Dass wir nun, dank der Sammlung Georg Otts, eine Neue Musicalien-Kammer eröffnen, ist wirklich schön. Damit können wir gemeinsam mit und dank Georg Otts, Musikern auch die Möglichkeit eröffnen, die Musik des 18. und 19. Jahrhunderts auf originalen Instrumenten zu spielen. Das Historische Museum mit der Bach-Gedenkstätte wird damit attraktiver. Darüber freuen wir uns sehr.“  

Der Name für den Neuzugang an einzigartigen Musikinstrumenten im Köthener Schloss lehnt sich somit an die historische Hochfürstliche Musicalien-Kammer an, die bereits unter Fürst Leopold von Anhalt-Köthen (1694-1728) im Schloss existierte. Inventarregister aus jener Zeit belegen rund 50 Instrumente im Besitz des Fürstenhauses. Sie befanden sich einst in der fürstlichen Wohnung, im Torhaus und bei den Musikern der Hofkapelle.

Uwe Holz, Kulturamtsleiter des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, hob bei der Unterzeichnung des Leihvertrages hervor, dass mit den originalen Instrumenten und der Authentizität des Ausstellungsortes im Schloss Köthen zwei Faktoren zusammenträfen, die sich nicht künstlich erzeugen ließen. „Diese Sammlung im Schloss zu zeigen, ist ein unheimlicher Wert und stärkt die Kernmarke der Stadt Köthen, die historische Musik“, sagte Uwe Holz. (11. März)