Martin Stadtfeld in der Musicalien-Kammer

„Ich wusste gar nicht, dass es solche Instrumente noch gibt!“ Pianist Martin Stadtfeld war sichtlich beeindruckt, als er am Montag die Neue Musicalien-Kammer im Schloss Köthen besuchte. Am Abend zuvor hatten er und die Leipziger Kammersymphonie das Publikum des MDR Musiksommers im Johann-Sebastian-Bach-Saal begeistert, nun ließ er sich von Sammler und Instrumentenrestaurator Georg Ott eine fachkundige Führung geben. Stadtfeld zeigte sich erstaunt über die klangliche Vielfalt, die Ausdrucksstärke und technischen Finessen der Instrumente, die alle spielbar sind. Besonders der Tangentenflügel von 1790 hatte es ihm angetan. Er fülle den ganzen Raum spielend leicht mit seinem Klang, meinte Stadtfeld. Auch abseits der historischen Aufführungspraxis sollte man mit Instrumenten wie diesen arbeiten und Musik für deren Möglichkeiten komponieren, so der Pianist. „So lassen sich die Instrumente auch aus der heutigen Sicht in ganz neuem Licht erleben“, sagte er.
 
Martin Stadtfeld hat sich in den letzten zehn Jahren als einer der führenden Interpreten der Musik Johann Sebastian Bachs und der deutschen Romantik etabliert. Im Jahr 2002 gewann er den ersten Preis beim Bach-Wettbewerb in Leipzig. Eine Einspielung der „Goldberg-Variationen“ von Bach gelangte auf Platz eins der deutschen Klassikcharts und wurde mit dem Echo Klassik ausgezeichnet. Seit 1990 veröffentlichte Martin Stadtfeld über 20 Alben seiner Einspielungen zu Bach, Chopin, Mendelssohn, Mozart und Schumann. Konzertauftritte führen ihn in die wichtigsten Musikzentren und zu den großen Orchestern Europas und Asiens. Er konzertiert mit Orchestern wie den Münchner Philharmonikern, der Academy of St Martin in the Fields, dem Leipziger Gewandhausorchester, der Staatskapelle Dresden, den Wiener Symphonikern, der Tschechischen Philharmonie Prag, dem Mozarteum Orchester Salzburg u.v.m. Neben regelmäßigen Auftritten auf den großen deutschen Konzertpodien gastiert er zudem in Konzerthäusern Tokyos, dem Seoul Arts Center, dem National Center of Performing Arts in Peking, im Wiener Konzerthaus und Musikverein, der Tonhalle Zürich, dem Concertgebouw Amsterdam und vielen weiteren international renommierten Konzerthäusern.