Schloss Köthen steht vor einer großen Sanierung

Über den Maßnahmenplan zur Umsetzung des Sonderinvestitionsprogrammes für das Schloss Köthen informierten am 28. Juli bei einem Pressegespräch der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt deren Generaldirektor Dr. Christian Philipsen und Dr. Gunnar Schellenberger, Staatssekretär a.D. und Präsident des Landtages.

Anfang Juli hatte die Staatskanzlei bereits über die generelle Verteilung von 200 Millionen Euro aus dem Sonderinvestitionsprogramm für die Sanierung bedeutender Kulturdenkmale aus dem Bestand der Kulturstiftung in Sachsen-Anhalt informiert. Je 100 Millionen Euro stellen dafür der Bund und das Land Sachsen-Anhalt zur Verfügung. An erster Stelle des Maßnahmenkatalogs für zehn Schlösser, Burgen, Museen und kirchliche Bauten und mit der größten Summe ausgestattet – 35 Millionen Euro – steht das Schloss Köthen. Die von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt benannten Maßnahmen sind bis 2027 folgende: Neubau „Anhalt-Information“: Besucherzentrum, barrierefreie Erschließung der inneren Schlossflügel, Lückenschluss (Kosten 4 Millionen Euro); Sanierung der inneren Schlossflügel (Ludwigsbau, Johann-Georg-Bau, Torhaus, Ferdinandsbau und Steinernes Haus, Kosten 28 Millionen Euro) und Schlosshof: Sanierung, Entwässerung, Barrierefreiheit (Kosten 3,2 Millionen Euro).

„Bevor man etwas sieht, brauchen wir noch viel Planungsvorlauf“, so Christian Philipsen. Mit den Maßnahmen werde man in einem ersten Abschnitt mit dem Neubau der Anhalt-Information und der Ausschreibung eines Architekturwettbewerbes beginnen. Die Anhalt-Info soll zum künftigen Ausgangspunkt für Besucher werden und neben der Tourist-Information, der Museumskasse, einem Shop und Gastronomie auch Räume für Vermittlungsangebote beinhalten. Mit Fahrstühlen soll künftig von diesem zentralen Punkt aus der gesamte historische Schlosskomplex barrierefrei zugänglich sein.

Die Sanierungen im zweiten Abschnitt werden, so Philipsen, alle Schlossteile inklusive der Innenräume betreffen. Diese Arbeiten sind verzahnt mit der künftigen Nutzung der Museumsräume, für die ein Museumskonzept vorliegt, das dem Naumann-Museum, der Prähistorischen Sammlung und dem historischen Museum mit Bach-Gedenkstätte eine neue und moderne Gestaltung gibt. Die Umgestaltung des Schlosshofes bildet schließlich den Abschluss der auf sieben Jahre ausgelegten Arbeiten im Schloss Köthen. Die von den Schlossflügeln umgebene Freifläche soll dann auch für Veranstaltungen nutzbar sein.

Christian Philipsen machte den schnellen Fortgang des Sanierungsgeschehens auch davon abhängig, wie schnell die von der Stiftung ausgeschriebenen Personalstellen für den Bereich Bau und Verwaltung besetzt werden können und wie die entsprechenden Ausschreibungen von den Baufirmen und Gewerken angenommen werden. 32 neue Stellen schafft die Kulturstiftung an ihrem Standort Halle, diese künftigen Mitarbeiter werden allein damit beschäftigt sein, die Maßnahmen des Sonderinvestitionsprogrammes umzusetzen.

„Das ist eine Herausforderung, ein großes Geschenk und eine einmalige Chance“, äußerte sich Gunnar Schellenberger, der als Kulturstaatssekretär über drei Jahre die Verhandlungen zu dem Programm maßgeblich führte. Ihm sei es ein Anliegen, die in späteren Phasen des Sonderinvestitionsprogammes vorgesehen Projektmittel in Betriebsmittel umzuwandeln. (28. Juli)